Das größte Missverständnis zum Andromeda Update
"More diverse Ads" ≠ "Mehr Ads"
Meta sagt "More diverse Ads" – gemeint ist mehr Diversifizierung in den Ads, nicht einfach mehr Ads. Das "20-50 Ads per Week" kommt aus einer Meta-Case-Study mit über 1 Mio. € monatlichem Adspend und ist nicht die Empfehlung für normale Accounts.
Was sich wirklich geändert hat:
- Die Geschwindigkeit des Algorithmus – er kann Daten schneller verarbeiten
- Der Creative-Similarity-Score – Anzeigen, die anderen zu ähnlich sind, werden ignoriert
- Resultat: Wir könnten öfter neue, stark unterschiedliche Ads brauchen – aber nicht mehr Ads gleichzeitig
Kampagnen-Struktur nach Budget
Berechnung der maximalen Anzeigengruppen
Unter 100€ Tagesbudget:
Budget ÷ 15€ = Maximale Anzahl Anzeigengruppen
Über 100€ Tagesbudget:
Budget ÷ CPA = Maximale Anzahl Anzeigengruppen
Begründung: Jede Anzeige braucht ausreichend Budget, um statistische Relevanz zu erreichen. Bei 50€/Tag und 50€ CPA würden 20 Ads zusammen 1.000€ brauchen (20 Tage), damit jede Ad eine Conversion erzielen kann.
Wichtig zur 20-30 Ads Empfehlung:
Die "20-30 Ads pro Woche" ist nur die Meta-Richtlinie für interne Market-Partner von Meta mit 1+ Mio Adspend pro Monat pro Account. Die meisten Accounts fallen nicht in diese Kategorie und müssen realistischer vorgehen.
Best Practices nach Budgetgröße
Kampagnen unter 250€/Tag:
- Max. 3 Adsets mit je max. 3 Ads (= max. 9 Ads gesamt)
- Alternativ: Start mit 5 Ads pro Adset, wöchentlich auf 2-3 Ads runter optimieren
- Alles über 9 Ads "fliegt früher oder später auseinander"
Kampagnen mit 500-2.000€/Tag:
- Max. 6 feste Ads laufen dauerhaft
- Unterschied: Wöchentlich 2-4 neue Adsets zum Testen
- Auch hier: Pro behaltenem Test kommt 1 Ad aus den alten Ads raus
Warum separate Anzeigengruppen essentiell sind
Jede Anzeigengruppe hat:
- Einen eigenen Lernzyklus (lernt die Reihenfolge der Ads bis zur Conversion)
- Eine eigene Lernphase (lernt, welche Personen am wahrscheinlichsten konvertieren)
Neue Ads in bestehende Adsets zu laden stört beide Prozesse.
Weitere Vorteile separater Adsets:
- Min/Max-Budget pro Tag auf Adset-Ebene steuerbar (bei einzelnen Ads nicht möglich)
- Klare Testbarkeit neuer Konzepte ohne Beeinflussung bestehender Performance
- Der Algorithmus arbeitet auf Kampagnen-Ebene Adset-übergreifend: Neue Testimonials in einem neuen Adset können Leuten ausgespielt werden, die bisher nur Talking Heads aus einem anderen Adset gesehen haben – die Journey wird über alle Adsets hinweg gesteuert
Ideale Aufteilung: Nach Konzept, Persona oder Angle
- z.B. Adset 1: Testimonials | Adset 2: Talking Heads | Adset 3: UGC
Kontroll-Anzeigengruppe
Wann brauche ich eine Kontroll-Anzeigengruppe?
- Nur wenn es bereits bewährte Kontroll-Anzeigen gibt
- Wenn es noch keine Kontroll-Anzeigen gibt, brauchst du auch noch keine Kontrolle-Anzeigengruppe
Das Diversitäts-Dilemma bei kleinen Budgets
Das Spannungsfeld bei kleinen Budgets + hohen CPAs:
Beispiel: 50€ Tagesbudget, 120-400€ CPA für Erstgespräche
- Zu wenige Ads (2-3): Geringe Varianz für den Algorithmus
- Zu viele Ads (20-30): Keine Ad bekommt genug Spend für aussagekräftige Ergebnisse
Die Lösung: Mit 2-3 Anzeigengruppen à 3 Ads starten (gesamt 6-9 Ads). Varianz entsteht durch stark unterschiedliche Konzepte zwischen den Adsets, nicht durch Masse innerhalb eines Adsets.
Testing & Optimierungs-Rhythmus
Analyse-Intervall: Alle 7 Tage (manchmal 3 oder 14, je nach Situation)
- Rückblickend auf die letzten 7 Tage schauen
- Anzeigen/Gruppen entfernen, die:
- Kein nennenswertes Budget bekommen haben oder
- Den Durchschnitt der anderen runterziehen
Dann entscheiden:
- Ohne die schlechten weitermachen oder
- Die entstandene Lücke mit etwas Neuem füllen
Wann neue Anzeigen testen?
Nur testen, wenn es einen Grund gibt:
- Performance sinkt über 7-14 Tage
- CPA soll günstiger werden
- Lead-Qualität/AOV soll besser werden
Nicht testen, wenn: Der CPA passt oder konstant besser wird.
Test-Prozess bei kleinen Accounts:
Orientierung für "kleine Accounts": Wenn das Budget nicht für mehr als 10 Conversions pro 3 Tage reicht, zählt der Account als klein und sollte besonders konservativ vorgehen.
- Alle 7-14 Tage ein neues Test-Adset mit 3 Anzeigen hochladen
- Beobachten: Bekommt das neue Adset Budget?
- Falls ja und besser als das schlechteste bestehende → schlechtestes Adset deaktivieren, Test weiterlaufen lassen
- Falls nein oder schlechter als alle anderen → Test-Adset nach 7-14 Tagen deaktivieren, nächstes Test-Adset vorbereiten
Wichtiger Grundsatz: Der Ablauf bleibt bei allen Budgetgrößen gleich, wird nur bei mehr Budget schneller und kann dann etwas mehr neue Anzeigen vertragen.
CBO vs. Adset-Budget
Grundsätzlich: CBO bleibt die Basis
Für neue Test-Adsets: Min-Budget auf Adset-Ebene setzen, um sicherzustellen, dass der Test überhaupt Spend bekommt und der Algorithmus eine faire Chance hat, das Adset zu bewerten.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Regeln
- Weniger ist mehr: Lieber 2-3 stark unterschiedliche, gute Ads als 20-30 mittelmäßige
- Separate Adsets für Tests: Nie neue Ads in laufende, gut performende Adsets laden
- Budget-abhängige Struktur: Struktur an verfügbares Budget und CPA anpassen
- Nur mit Grund testen: Performance muss einen Anlass zum Testen geben
- Geduld: 7-14 Tage laufen lassen, bevor Entscheidungen getroffen werden
- Diversität statt Quantität: Stark unterschiedliche Konzepte, nicht viele ähnliche Varianten
Meta-Kampagnen-Struktur – Einsteigerfreundlich erklärt
Dieser Abschnitt erklärt die gleichen Inhalte wie oben, nur einfacher formuliert.
Wenn du die Grundbegriffe wie Kampagne, Adset (Anzeigengruppe), Ad (Anzeige), CPA und CBO kennst, aber noch nicht viel Erfahrung hast, ist dieser Teil für dich.
Was hat sich mit dem Andromeda Update wirklich geändert?
Viele haben das neue Andromeda Update von Meta falsch verstanden. Überall liest man: "Jetzt musst du 20-30 Anzeigen pro Adset hochladen!"
Das stimmt aber nicht.
Was Meta wirklich meint:
- Der Algorithmus (das System, das entscheidet, wem deine Anzeigen gezeigt werden) ist jetzt schneller geworden
- Es gibt jetzt einen neuen "Ähnlichkeits-Check": Wenn deine neuen Anzeigen deinen alten zu ähnlich sind, werden sie ignoriert
- Das bedeutet: Du brauchst vielleicht öfter neue Anzeigen, aber nicht mehr Anzeigen gleichzeitig
Die Empfehlung mit 20-50 Anzeigen pro Woche stammt aus einem Beispiel von Meta, bei dem ein riesiges Unternehmen über 1 Million Euro pro Monat für Werbung ausgibt. Das ist nicht für normale Accounts gedacht.
Wie viele Anzeigengruppen brauchst du?
Es gibt eine einfache Faustregel, wie viele Anzeigengruppen (Adsets) du maximal haben solltest:
Bei kleinem Budget (unter 100€ pro Tag):
Dein Tagesbudget ÷ 15€ = Maximale Anzahl Anzeigengruppen Beispiel: 60€ Budget ÷ 15€ = maximal 4 Anzeigengruppen
Bei größerem Budget (über 100€ pro Tag):
Dein Tagesbudget ÷ dein CPA = Maximale Anzahl Anzeigengruppen Beispiel: 200€ Budget ÷ 50€ CPA = maximal 4 Anzeigengruppen
Warum diese Regeln?
Stell dir vor, du hast 50€ Tagesbudget und jede Conversion (z.B. ein Lead) kostet dich durchschnittlich 50€. Wenn du jetzt 20 Anzeigen gleichzeitig laufen lässt, würde es 20 Tage dauern, bis jede einzelne Anzeige überhaupt eine einzige Conversion bekommt. In dieser Zeit kann der Algorithmus nicht lernen, welche Anzeigen gut sind, weil die Daten fehlen.
Wie solltest du deine Kampagne strukturieren?
Wenn du unter 250€ pro Tag ausgibst:
- Maximal 3 Anzeigengruppen
- In jeder Anzeigengruppe maximal 3 Anzeigen
- Das ergibt insgesamt höchstens 9 Anzeigen
Wenn du mehr als 9 Anzeigen gleichzeitig laufen lässt, wird es sehr wahrscheinlich nicht gut funktionieren, weil keine Anzeige genug Budget bekommt.
Alternative Startmethode:
- Starte mit 5 Anzeigen pro Anzeigengruppe
- Jede Woche deaktivierst du die schlechtesten, bis nur noch 2-3 übrig sind
Wenn du 500-2.000€ pro Tag ausgibst:
- Du kannst bis zu 6 Anzeigen dauerhaft laufen lassen
- Der Unterschied zu kleinen Accounts: Du kannst jede Woche 2-4 neue Anzeigengruppen testen
- Aber auch hier gilt: Für jeden erfolgreichen neuen Test nimmst du eine alte Anzeige raus
Warum solltest du separate Anzeigengruppen nutzen?
Viele Einsteiger denken: "Warum nicht einfach alles in eine Anzeigengruppe packen und dort die Anzeigen austauschen?"
Die Antwort: Jede Anzeigengruppe lernt auf zwei Arten:
- Lernphase: Das System lernt, welche Menschen am ehesten auf deine Anzeigen reagieren
- Lernzyklus: Das System lernt, in welcher Reihenfolge deine Anzeigen jemandem gezeigt werden sollten, damit er kauft
Wenn du neue, ungetestete Anzeigen in eine bereits laufende Anzeigengruppe lädst, bringst du beide Lernprozesse durcheinander. Das ist so, als würdest du mitten in einem Kochrezept die Zutaten ändern – das Ergebnis wird wahrscheinlich schlechter.
Weitere Vorteile separater Anzeigengruppen:
- Du kannst für jede Anzeigengruppe ein eigenes Mini-Budget festlegen (bei einzelnen Anzeigen geht das nicht)
- Du kannst neue Konzepte testen, ohne deine gut laufenden Anzeigen zu stören
- Der Algorithmus kann trotzdem über alle Anzeigengruppen hinweg entscheiden, wem welche Anzeige gezeigt wird
Wie teilst du deine Anzeigengruppen auf?
Am besten nach unterschiedlichen Konzepten:
- Anzeigengruppe 1: Kundenbewertungen und Testimonials
- Anzeigengruppe 2: Du selbst sprichst in die Kamera (Talking Heads)
- Anzeigengruppe 3: Nutzer-generierter Content (UGC)
Das Problem bei kleinem Budget
Wenn du ein kleines Tagesbudget hast (z.B. 50€) und gleichzeitig hohe Kosten pro Conversion (z.B. 120-400€ für ein Erstgespräch), steckst du in einem Dilemma:
❌ Zu wenige Anzeigen (2-3): Der Algorithmus hat wenig Auswahl und kann nicht viel optimieren
❌ Zu viele Anzeigen (20-30): Keine Anzeige bekommt genug Budget, um überhaupt zu zeigen, ob sie funktioniert
✅ Die Lösung: Starte mit 2-3 Anzeigengruppen mit je 3 Anzeigen (gesamt 6-9 Anzeigen). Die Vielfalt entsteht durch komplett unterschiedliche Konzepte zwischen den Anzeigengruppen, nicht durch viele ähnliche Varianten in einer Anzeigengruppe.
Was ist mit Kontroll-Anzeigengruppen?
Du brauchst eine Kontroll-Anzeigengruppe nur dann, wenn du bereits Anzeigen hast, von denen du weißt, dass sie gut funktionieren. Diese lässt du dann dauerhaft laufen und vergleichst neue Tests damit.
Wenn du gerade erst anfängst, hast du noch keine bewährten "Kontroll-Anzeigen" – also brauchst du auch noch keine Kontroll-Anzeigengruppe.
Wann solltest du deine Kampagne überprüfen und optimieren?
Regelmäßige Überprüfung: Schau dir jede Woche (alle 7 Tage) die Ergebnisse der letzten 7 Tage an.
Was du dabei machst:
- Finde heraus, welche Anzeigen oder Anzeigengruppen:
- Fast kein Budget bekommen haben oder
- Schlechter performen als die anderen
- Deaktiviere diese schlechten Anzeigen/Anzeigengruppen
- Entscheide dann:
- Entweder läuft die Kampagne jetzt mit weniger Anzeigen weiter oder
- Du füllst die Lücke mit neuen Test-Anzeigen
Wann solltest du neue Anzeigen testen?
Teste nur, wenn es einen guten Grund gibt:
- Deine Performance wird schlechter (über 7-14 Tage beobachtet)
- Dein CPA (Kosten pro Conversion) soll günstiger werden
- Die Qualität deiner Leads soll besser werden
Teste NICHT, wenn: Deine Kampagne läuft gut und der CPA wird konstant besser.
Viele Anfänger machen den Fehler, zu viel zu testen, obwohl die Kampagne schon gut läuft. Das ist verschwendetes Geld.
Wie testest du neue Anzeigen richtig?
Speziell für kleine Accounts (wenn dein Budget nicht für mehr als 10 Conversions in 3 Tagen reicht):
Schritt 1: Erstelle alle 7-14 Tage eine neue Test-Anzeigengruppe mit 3 neuen Anzeigen
Schritt 2: Warte 7-14 Tage und beobachte:
- Bekommt die neue Anzeigengruppe überhaupt Budget vom Algorithmus?
- Performt sie besser als deine schlechteste bestehende Anzeigengruppe?
Schritt 3a: Falls ja → Deaktiviere deine schlechteste Anzeigengruppe und lass den Test weiterlaufen
Schritt 3b: Falls nein → Deaktiviere die Test-Anzeigengruppe nach 7-14 Tagen und bereite den nächsten Test vor
Wichtig: Dieser Ablauf bleibt bei allen Budgetgrößen im Prinzip gleich. Bei größerem Budget geht es einfach schneller und du kannst etwas mehr testen.
CBO und Adset-Budgets – Was gilt jetzt?
CBO (Campaign Budget Optimization) bedeutet: Du gibst ein Budget für die gesamte Kampagne vor, und Meta verteilt es automatisch auf die Anzeigengruppen.
Die Regel:
- CBO bleibt deine Hauptstrategie
- Aber: Wenn du eine neue Test-Anzeigengruppe erstellst, solltest du ihr ein Mindestbudget auf Adset-Ebene zuweisen
Warum? Damit der Algorithmus dem Test überhaupt eine faire Chance gibt und ihn mit Budget versorgt. Sonst kann es passieren, dass die neue Anzeigengruppe einfach ignoriert wird.
Die 6 goldenen Regeln – einfach erklärt
- Weniger ist mehr
- Separate Anzeigengruppen für Tests
- Dein Budget bestimmt die Struktur
- Teste nur mit Grund
- Hab Geduld
- Unterschied statt Menge
Lieber 2-3 richtig gute, unterschiedliche Anzeigen als 20-30 mittelmäßige oder ähnliche.
Lade nie neue, ungetestete Anzeigen in Anzeigengruppen, die schon gut laufen. Das zerstört den Lernprozess.
Je kleiner dein Budget, desto weniger Anzeigengruppen und Anzeigen solltest du haben.
Wenn deine Kampagne gut läuft, lass sie in Ruhe. Teste nur, wenn die Performance nachlässt oder du etwas verbessern willst.
Warte 7-14 Tage, bevor du Änderungen vornimmst. Der Algorithmus braucht Zeit zum Lernen.
Erstelle Anzeigen, die sich wirklich stark voneinander unterscheiden (verschiedene Formate, Botschaften, Konzepte), statt viele ähnliche Varianten.
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